Deutsche Herrbergen,
alles andere sind Damentäler...
Nun bin ich eben in der blöden Situation,
morgens bis elf ausschlafen zu können,
aber abends muss ich durch Deutschland tingeln,
um den Leuten dummes Zeug zu erzählen
und mir so mein Geld einsammeln zu gehen.
Heißt also: Ich bin immer sehr viel unterwegs,
und was einem da hoteltechnisch über die Füße eiert
geht oftmals auf keine Kuhhaut.
Ich musste letztens in Lübeck nächtigen.
Kennen Sie ja bestimmt auch,
ist ein ganz geschichtsträchtiger Ort,
Lübeck an der Trave,
das ist so was ähnliches wie Warne an der Münde,
da gibt's das Thomas Mann Haus,
ganz berühmt,
ist ja auch ne Romanfigur,
haben die Buddenbrooks damals so ein Buch geschrieben,
ist jetzt verfilmt worden von dem Wedel
mit der Brigitte Mira
und wie sie alle heißen
und so weiter.
Ich hatte nun mal da zu spielen
und es ging zum Auftritt.
Nachts gegen 1 Uhr kam ich zurück ins Hotel.
Am Empfang der Nachportier.
Ich sagte: "Ich habe einen Wunsch.
Ich muss morgen recht zeitig nach Hamburg,
um von dort aus nach München zu fliegen.
Könnten Sie mich bitte um 6:30 Uhr wecken?"
"Gerne.
Welche Zimmernummer?"
"14."
"Herr Sting,
Zimmer 14,
Weckruf 6:30 Uhr.
Wird gemacht."
Ich ging auf mein Zimmer,
wollte gerade in mein Nachtgewand springen,
da sah ich,
dass zwar ein Telephon anwesend war,
aber leider das Telephonkabel nicht im Telephon steckte.
Also keine Verbindung da war.
Jetzt bin ich technisch nicht wirklich versiert,
aber ich dachte mir,
wenn hier das Telephon steht,
und dort das Kabel endet,
wird ein telephonischer Weckruf
im eigentlichen
und ursprünglichen Sinne
eines telephonischen Weckrufs schlichtweg,
eingedenk der
mir absolut unbekannten
physischen Gesetze,
unmöglich sein.
Guter Wille hin,
guter Wille her.
Ich ging ins Erdgeschoß zum Portier.
"Entschuldigen Sie bitte,
aber Sie wollten mich ja morgen wecken?"
"Ich wollte Sie nicht wecken,
Sie wollten,
dass ich Sie wecke."
"Richtig.
Leider haben wir nur ein akutes
und nicht so einfach von der Hand zu weisendes Problem,
dass ich Ihnen,
im Hinblick auf meinen morgendlichen Aufstehwunsch
auch unbedingt mitzuteilen gedenke,
da es von enormer Wichtigkeit
und Dringlichkeit ist,
und zwar sind sowohl Telephon
als auch dazu gehöriges Kabel
im Zimmer anwesend,
und erfreuen sich,
beide für sich gesehen,
bester Gesundheit,
nur haben wir ein Problem,
und zwar gehen die beiden,
also Telephon
und dazu gehöriges Kabel,
keine Verbindung ein,
woraufhin ich meine These begründen möchte,
dass ein telephonischer Weckruf
im eigentlichen
und ursprünglichen Sinne eines telephonischen Weckrufs
schlichtweg unmöglich zu sein scheinen?"
"Hä?"
"Das Telephon ist defekt!!"
"Gestern ist es aber noch gegangen."
"Das mag sein.
Es mag gestern gerne gegangen sein,
es wird in der Zwischenzeit aber auch wieder zurückgekommen sein,
es steht ja oben.
Aber es wird nicht klingeln."
"Warum denn nicht?"
"Weil es defekt ist."
"Hm... Ich rufe Sie mal eben an."
"Warum?
Können Sie mir das erklären?
Das ist doch unsinnig.
Ich steh doch vor Ihnen
und Sie stehen vor mir.
Heißt also:
Selbst wenn es oben klingelt,
was es nicht tun wird,
kann ich es hier nicht hören.
Wenn ich aber oben bin,
was ich eben nicht bin,
da ich hier vor Ihnen stehe,
kann ich es auch nicht hören,
weil es nicht klingeln wird.
Ich könnte zwar abheben
und drangehen,
wüsste aber nicht,
wann,
da ich nicht weiß,
wann Sie hier unten abheben
und meine Nummer wählen,
um mich anzurufen,
was ich allerdings wissen müsste,
um an den Apparat gehen zu können,
da ich oben das Klingeln nicht höre,
da es kaputt ist.
Ich bin aber eben nicht oben.
Ich bin hier.
Und egal wo ich stehe,
ob ich Klingeln hören können sollte
oder nicht,
es wird nicht klingeln."
"Ich ruf Sie mal eben an."
"Warum?
Was versprechen Sie sich davon?
Vielleicht schlägt das Telephonkabel wie wild aus,
der Telephonapparat als solcher
wird davon recht unbeeindruckt bleiben."
"Ich ruf Sie trotzdem mal eben an."
"Bitteschön."
Er wählte.
"Komisch.
Ich habe hier aber ein Freizeichen."
"Das mag sein.
Sie können da viel haben,
aber es wird bei mir oben nicht klingeln."
"Wieso nicht?"
"Nun, weil das Telephon defekt ist!"
"Ich habe hier aber ein Freizeichen."
"Wissen Sie was?
Ich gehe eben aufs Zimmer
und hole das Telephon herunter..."
"Machen Sie ja nichts kaputt!"
"Es ist kaputt!!"
"Und machen Sie unsere Gäste nicht wach!"
"Womit denn?"
"Mit dem Klingeln."
"Es wird nicht klingeln!!"
Ich ging auf mein Zimmer,
wickelte das Telephon vorsichtshalber noch in eine Decke,
um sicher zu gehen,
falls es doch mal unerwarteter weise losklingeln sollte,
ging an die Rezeption
und stellte dem Portier das Ding vor die Nase.
"Komisch,
ich hab hier aber ein Freizeichen."
"Es klingelt hier aber nicht."
"Nehmen Sie doch mal ab."
Ich nahm ab. "Hallo,
ich bin hier."
"Ja, hören kann ich Sie."
"Natürlich!
Ich stehe ja auch direkt vor Ihnen!!"
"Ach wissen Sie was", sagte er dann.
"Ich wecke Sie manuell."
Und am nächsten Morgen
klopfte es um Punkt halb sieben
an meine Tür
und der Portier rief wörtlich
mit dem Telephonhörer in der Hand:
"Herr Sting,
es ist 6:30 Uhr,
hier ist Ihr Weckruf!"
Ich bin dann runter,
der Portier saß in einer Ecke
und löste Kreuzworträtsel,
er hatte noch viel zu tun.
Aber dann im Frühstücksraum...
Da kam eine Hotelbedienstete auf mich zu,
eng gegurtet
und geschürzt,
allem Anschein nach
früher Gitterstabpoliererin im Frauenknast
oder Angestellte im VEB Schnarchkombinat Westgäste,
die mich im zackigen Kasernenton begrüßte
und mir ein freundliches
"Guten Morgen!!"
entgegenschmetterte.
Ich, zerstört:
"Ja, ja, guten Morgen."
"Und"
Was wollen Sie trinken?
Kaffee?
Tee?"
"Einen Kakao bitte."
"Das tut mir leid,
aber auf Kinder waren wir nicht eingestellt."
Aber das ist ja sowieso so eine Sache mit dem Frühstück.
Wenn ich das schon höre,
wenn ich in irgendeinem Hotel einchecke:
"Frühstück gibt es ab halb sechs."
Ja, bin ich Grubenarbeiter
oder was?
Halb sechs?
Wollen die,
dass ich da mit dem Leder vorm Arsch
durch die Frühstücksräume ziehe
und singe:
"Glück auf,
Glück auf,
der Steiger kommt..."
oder was?
Ich will wissen,
bis wann es Frühstück gibt,
um eine Viertelstunde vorher aufschlagen zu können.
Das reicht mir.
Letztens war ich in Freiburg in einem Hotel.
Schönes Hotel.
Frühstück von halb sechs bis halb elf.
Halb elf ist eine gute Zeit.
So.
Jetzt gab es folgendes Problem:
Ich geh aufs Zimmer,
höre ich da die Klimaanlage,
die auch gleichzeitig Heizungsanlage war.
Die summte.
Das Hotelbäder summen,
wissen wir ja.
Das sind ganz gesellige Leute,
diese Hotelbäder.
Kaum haben Sie eins betreten,
fängt's schon an zu summen.
Aber in Freiburg summte das ganze Zimmer.
Ich runter an den Empfang.
Ich sag:
"Entschuldigung,
aber oben summt es.
Und das halte ich nicht aus."
Die Frau am Empfang,
ganz freundlich:
"Keine Panik,
Herr Sting,
das ist vollkommen normal,
das ist die Heizung,
die hört um 22:30 Uhr auf.
Dann können Sie ungestört schlafen."
Und die Heizung hörte wirklich auf.
Als ich nach dem Gastspiel gegen 0 Uhr aufs Hotelzimmer kam,
war es ruhig.
Ich wusste jetzt,
ab wann die Anlage ruhig ist.
Ich hatte nur einen Fehler gemacht:
Ich hätte fragen sollen,
bis wann sie ruhig ist.
Um vier Uhr morgens fing sie wieder an zu summen.
Und ich war wach.
Um halb sechs saß ich beim Frühstück.
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Montag, gegen 17 Uhr
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Sie beginnt, Sachen für den ersten Koffer herauszulegen. Wir fahren Freitag. |
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Dienstag, kurz nach 9 Uhr
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Sie fragt mich, ob wir alle Reisepässe beisammen hätten. Es geht an die Nordsee. |
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Mittwoch, 18:20 Uhr
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Die Utensilien für den Kulturbeutel werden zusammengekramt. Zahnpasta, Seife, Rasierapparat, Duschgel, Haarwaschmittel, Tabletten (Aspirin, Halzschmerztabletten, Kopfschmerztabletten), Verlängerungsschnur, Pfefferminz, Taschentücher. Es fehlt mir noch die Reisezahnbürste. Zahnbürste muß noch besorgt werden. Sie pack ihren Kulturbeutel, Pardon: ihre Kulturbeutel selber. Es sind vier. |
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Mittwoch, 18:35 Uhr
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Sie fragt mich, ob ich mir schon eine Zahnbürste für die Reise gekauft habe. Ich verneine. |
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Mittwoch, 18:56 Uhr
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Auf ihre Frage, wann ich mir die Zahnbürste für die Reise kaufen wolle weiß ich keine genaue Antwort. |
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Mittwoch, 19:14 Uhr
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Ich habe immer noch keine Reisezahnbürste, muß mir aber noch dringend eine kaufen. |
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Mittwoch, 22:11 Uhr
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Sie geht im Kopf alle Koffer, alle Sachen, alle Lageplätze der Sachen in den Koffern, die Abfahrt, den Urlaub, die genaue Tagesplanung, die Rückfahrt und das Auspacken der Koffer durch. |
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Donnerstag, 0:08 Uhr
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Sie will nicht mehr in Urlaub fahren. |
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Donnerstag, 1:26 Uhr
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Jetzt will sie doch wieder fahren. |
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Donnerstag, 2:01 Uhr
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Sie weint. |
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Donnerstag, 2:42 Uhr
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Sie schläft, Gott sein Dank. |
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Donnerstag, 12:00 Uhr
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Ich denke, sie zieht den Colt, sagt aber nur: Warum fahren wir eigentlich nicht nach Italien? Ich sage ihr, daß ich das auch nicht weiß. Sie fragt, warum wir denn an die Nordsee fahren? Ich sage ihr, daß es wahrscheinlich daran liegt, daß wir, um an die Nordsee zu kommen, keine Reisepässe brauchen. Sie sagt, sie sei sich da nicht so sicher. Ich bin mir da auch nicht so sicher. |
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Donnerstag, 12:02 Uhr
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Sie will jetzt die Koffer packen. Ich will noch nicht. |
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Donnerstag, 12:03 Uhr
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Sie will immer noch jetzt die Koffer packen. Ich versuche, sie davon abzubringen, sage, es sei noch zu früh, wir fahren doch erst Freitag abend. |
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Donnerstag, 12:04 Uhr
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Sie besteht darauf, jetzt die Koffer zu packen. Ich lasse sie. |
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Donnerstag, 12:10 Uhr
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Sie findet die Koffer nicht. Ich frage sie, warum sie sie nicht findet. Sie weiß es nicht, sie findet sie einfach nicht, sie sind angeblich nicht auffindbar. Jetzt suche ich die Koffer. Ich suche sie auf dem Speicher, da sind sie nicht. Ich suche sie im Keller, da sind sie ebenfalls nicht. Ich frage unseren Nachbarn, ob wir ihm die Koffer geliehen hätten. Nein, haben wir nicht. Ich schwitze Blut und Wasser. Ich rufe all unsere Freunde an, um zu fragen, ob einer von ihnen die Koffer hat. Fehlanzeige. |
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Donnerstag, 12:51 Uhr
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Ich gehe zum großen Wandschrank um mir meinen Mantel herauszuholen, ich muß in die Stadt, Koffer kaufen. Im großen Wandschrank stehen die Koffer. Gut, daß sie überall nachgeschaut hat. |
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Donnerstag, 12:52 Uhr
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Wir reden nicht mehr miteinander, und sie packt die Koffer. |
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Donnerstag, 13:00 Uhr
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Wir unterbrechen für eine kleine Mittagspause. Mittagspause tonlos. |
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Donnerstag, 13:28 Uhr
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Sie packt weiter, ich mache ein kleines Schläfchen, bitte, mich nicht zu stören. |
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Donnerstag, 15:57 Uhr
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Ich erwache, stehe auf, um zu sehen, wie weit sie ist. Sie hat bereits alle Koffer fertig gepackt. Mit ihren Sachen, Meine konnte sie nicht mehr unterbringen. |
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Donnerstag, 16:16 Uhr
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Leihe mir eine Reisetasche von einem Freund. Muß ja schließlich auch was für mich mitnehmen. |
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Donnerstag, 17:39 Uhr
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Sie schreibt Adressen raus für die Postkarten, die ich dann immer schreiben muß, wobei sie immer sagt: "Und schreibe leserlich. Und denk dir mal was witziges aus, sei mal kreativ. Du solltest ordentlich schreiben, das kann ja kein Mensch lesen." |
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Donnerstag, 17:59 Uhr
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Sie stellt fest, daß sie kein Buch für die Reise hat. Morgen muß noch Lesestoff besorgt werden. Hat's an der Nordsee Bücher? Glaube nicht. |
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Freitag, 0 bis 9 Uhr
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Man fällt in unruhigen Schlaf. |
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Freitag, 10 Uhr
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Frühstück beendet. Man redet wieder miteinander. Sie geht los, um sich Bücher zu kaufen. Ich bitte sie, mir noch etwas zu lesen mitzubringen. In der Zwischenzeit packe ich meine Reisetasche. |
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Freitag, 13:47 Uhr
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Jetzt erst kehrt sie zurück, hat in der Stadt noch die Solveig getroffen und war mit ihr essen. Ich sage ihr, daß ich beinahe verhungert wäre, ihr scheint das egal zu sein. Sie hat mir ,Abnehmen ohne zu essen' zum lesen mitgebracht. Freue mich sehr. |
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Freitag, 14:18 Uhr
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Sie möchte, daß ich die Koffer im Kofferraum verstaue. |
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Freitag, 14:19 Uhr
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Jetzt sagt sie, daß sie das doch lieber selber täte, weil ich das ihrer Meinung nach nicht gut genug machen würde. |
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Freitag, 14:20 Uhr
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Sie versucht's. |
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Freitag, 14:21 Uhr
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Sie gibt auf. Jetzt packe ich den Kofferraum. |
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Freitag, 14:26 Uhr
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Bin drauf und dran aufzugeben, beiße aber die Zähne zusammen. |
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Freitag, 14:27 Uhr
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Habe aufgegeben, schmeiße alles einfach in den Kofferraum und knalle die Haube zu. |
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Freitag, 14:29 Uhr
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Sie sagt, sie hätte vergessen ihren Badeanzug einzupacken. Ich lege ihn ins Handschuhfach. |
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Freitag, 15 Uhr bis 16 Uhr
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Wir entspannen und trinken Kaffee. Alles erledigt, wir können uns jetzt ausruhen und frisch auf den Urlaub warten. |
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Freitag, 16:15 Uhr
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Hole noch den Sonnenschirm aus der Garage, vertrage ja die Sonne nicht so. Hätte ich glatt vergessen, habe ich aber nicht. |
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Freitag, 20:30 Uhr
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Pünktlich auf die Minute, genau wie fest eingeplant, sitzen wir im Auto, freuen uns auf die Nordsee, auf unseren Urlaub, auf den Wind, das Meer, die Möwen, die Schiffe, die Ebbe, die Flut, auf die Freiheit. |
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Freitag, 20:41 Uhr
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Wir stehen im Stau. Nichts Feierabendverkehr oder leichte Stauungen, Massenkarambolage ist angesagt. Nichts geht mehr. Sie will wieder nach Hause. Wann ist das alles hier bloß wieder vorbei? Es wird geweint. Ich habe meine Reisezahnbürste vergessen. |